Ein besonderes Zuchtziel, das seit einigen Jahren intensiv verfolgt wird, ist die Varroaresistenz. Immer häufiger gibt es Jahre mit massiven Völkerverlusten. Dass die Behandlung mit Medikamenten letztendlich eine Sackgasse darstellt, wurde in letzter Zeit immer deutlicher. Gerade der Buckfastzucht dürfte es in absehbarer Zeit gelingen, eine Biene zu entwickeln, die entweder ganz ohne Behandlung auskommt, oder zumindest einer reduzierten Behandlung bedarf.
Da die Buckfastbiene und die Buckfastzucht bis in die jüngste Vergangenheit leider von vielen Vertretern anderer Zuchtrichtungen regelrecht bekämpft worden ist, hielten es die bayerischen Buckfastzüchter für angebracht, sich in einer Züchtergruppe zu organisieren. Ein Teil der Arbeit dieser Gruppe ist die Registratur der Zuchtarbeit. Nur wenn diese Arbeit ordentlich dokumentiert und zentral registriert wird, kann die Züchtergruppe "politisches" Gewicht erlangen.
In einem weiteren Vortrag erklärte Thomas Kober aus Irschenberg die Struktur dieser Registratur und insbesondere die einheitliche Schreibweise, mit der Stammbäume aufgezeichnet werden.
Zum Schluss der Veranstaltung berichtete Reiner Schwarz aus Marquartstein näher über die im Juni 2002 neu eingerichtete Belegstelle der Züchtergruppe. Eine isolierte Belegstelle ist für ernsthafte Zuchtarbeit mit der Honigbiene von äußerster Bedeutung. Da die Drohnen und Königinnen beim Hochzeitsflug sehr weit fliegen ist ein Platz mit einem möglichst großen bienenfreien Radius nötig. Staatlich anerkannte Belegstellen besitzen meist einen Schutzradius von etwa 7 km. Solche Plätze gibt es nur vereinzelt in den Alpen. Reiner Schwarz hat im Frühjahr 2002 einen solchen Platz in den Chiemgauer Alpen ausgemacht, so dass eine Belegstelle eingerichtet werden konnte. Hohe Bergketten wirken zusätzlich isolierend. Als Alternative zu einer sicheren Belegstelle gibt es nur die sehr aufwendige künstliche Besamung, um Paarungskontrolle zu erlangen.
Die tatsächliche Paarungssicherheit soll im Juni 2003 durch einen sogenannten Cordovantest geprüft werden. Reiner Schwarz, der als Belegstellenwart fungiert, erläuterte außerdem die Beschickungsmodalitäten der Belegstelle und wünschte den anwesenden Imkern ein erfolgreiches Zuchtjahr 2003.
Zum Schluss der Veranstaltung verabschiedete die Versammlung eine Resolution, in der der Erhalt einer eigenständigen bayerischen Landesanstalt für Bienenzucht gefordert wird.
Josef Koller
1. Vorsitzender
