Allgemeine Informationen

Bisher stellten wir nur für die Teilnehmer an dem VSB-Zuchtprogramm des Landesverbandes Buckfastimker Bayern e.V. und den anderen Verbänden der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker e.V. einen weiteren Begattungsplatz im Hochgebirge zur Verfügung.

Diesen Modus werden wir ab 2019 ändern. Ab sofort stehen freie Kapazitäten der Anpaarungszone Ammergebirge allen interessierten Züchtern offen. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft im Landesverband Buckfastimker Bayern e.V. oder einem der GdeB-Verbände.

Es kommen zur Erreichung des Zuchtziels „Behandlungsfreie Führung von Buckfastvölkern“ Drohnenlinien zum Einsatz, die insbesondere ausgeprägtes Varroa Sensitives Hygieneverhalten (=VSH) aufweisen.

Die Anpaarungszone liegt in einer Kiesgruppe inmitten eines nur sehr eingeschränkt zugänglichen Naturschutzgebiets in den Ammergauer Alpen.

Auf ca. 1.000 m Höhe steht uns ein ca. 2.000 qm großes Areal zur Verfügung, welches den Drohnenvölkern und Begattungseinheiten ausreichend Platz bietet. Die Fläche ist Eigentum der Bayerischen Staatsforsten.

An dieser Stelle nochmals unseren herzlichen Dank an Arno Bruder, der uns bei unserem Anliegen unterstützte!

Belegstellenbericht 2018

Im zweiten Jahr war die Anpaarungszone Ammergebirge schon sehr gut besucht. 1.383 Königinnen von 41 Züchtern wurden zur Anpaarung aufgestellt.

Zur Aufstellung kam die Drohnenlinie B741Vt(LS)1dr mit 87,5% VSH. Die 21 Drohnenvölker stellten meine Züchterkollegen Fritz Zieher, Martin Rößner und ich selbst. Hatten wir im ersten Belegstellenjahr eine sehr ergiebige Lecanientracht und keinerlei Futterprobleme, so war es leider in 2018 ganz das Gegenteil. Keinerlei Tracht. Viel Sonne aber auch viele Gewitter, die keine Waldtracht aufkommen ließen. Den ganzen Sommer musste also gefüttert werden. Zudem wurden die Völker schon nach dem 1. Durchgang entweiselt. Die Drohnen sind dann aber bis Ende Juli sehr gut gehalten worden. Mit den Begattungsergebnissen waren wir sehr zufrieden. Ab 2019 wird die Anpaarungszone Ammergebirge von Georg Gindhart und seinem neuen Team (unter anderem Franz Robeller) in eigener Zuständigkeit betreut. Georg danke Dir für Deine ganze Tatkraft und dafür, dass Du uns Deinen Wanderplatz zur Verfügung gestellt hast.

Stefan Luff

Zuchtkoordinator

 

Die Drohnenvölker vor Ort versorgte der Anpaarungszonenleiter Georg Gindhart

Gedanken zur VSH-Zucht im Landesverband Buckfastimker Bayern e.V.

Mit der VSH-Zucht (VSH = Varroa Sensitive Hygiene) haben wir im Landesverband Buckfastimker Bayern e.V. züchterisches „Notstandsgebiet“ versucht zu betreten, um dieses „urbar“ zu machen. Nicht viel anders könnte man die jahrzehntelangen in der Breite relativ wenig erfolgreichen Zuchtbemühungen im Kampf gegen den Parasiten Varroamilbe beschreiben? Aber ist das wirklich in der ganzen Imkerschaft so, dass keine Resistenzzucht gegen die Varroamilbe betrieben wurde?

Nein, so ist es eben nicht gewesen!

Es gibt einige erfolgversprechende Ansätze weltweit, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. In Bayern selbst haben wir den Resistenzüchter Josef Koller, der schon seit fast 20 Jahren zusammen mit seinen leider inzwischen verstorbenen Züchterkollegen Adolf Kieweg und Thomas Kober einen Weg hin zu einer Resistenz gegen die Varroamilbe gesucht hatte. Es gab erste vielversprechende Erfolge. Einzig die ausreichende Anzahl an Bienenvölkern und damit eine größere Selektionsbasis lässt sich alleine nicht realisieren. Wir haben uns dann in 2015 von Paul Jungels und der Arista Stiftung inspirieren lassen und gründeten die VSH-Projektgruppe im Landesverband Buckfastimker Bayern e.V. Anfangs war auch noch Buckfast Süd dabei. Unser LV hat unsere Zuchtbemühungen kräftig unterstützt und inzwischen sind wir mehr als 40 Teilnehmer im VSB-Projekt (VSB = Varroamite Surviving Bee = Varoamilbe überlebende Biene).

Um es kurz zu machen: Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir am Ziel einer Varroaresistenten Buckfastbiene angekommen sein werden.

Und es sollte auch klar sein, dass man sich ausdrücklich keine Wunderdinge von den Nachzuchten der auf einer VSH-Belegstelle angepaarten Königinnen erwarten sollte. Es handelt sich auch noch nicht auf VSH vorgeprüfte Drohnenvölker. Dies hoffen wir in 2020, spätestens in 2021 leisten zu können. Bis dorthin hat „lediglich“ die Zuchtmutter selbst einen VSH-Wert von 100%. Das sollte jedem Beschicker bewusst sein! Die Ergebnisse der letzten drei Zuchtjahre machen uns große Hoffnung auf dem richtigen Weg zu sein. Es haben sich inzwischen die ersten reproduzierbaren Erfolge eingestellt. Da es eine große Nachfrage nach diesem „VSH-Material“ gibt, wollen wir bereits in diesem frühen Stadium die Belegstelle für alle Züchter öffnen. Es soll keinen „Schwarzmarkt“ für VSH-Material geben und wir möchten, wenn etwas Geld vom Betrieb übrigbleiben sollte, unsere VSB-Projektgruppe im Landesverband weiter unterstützen.

Insbesondere für die Buckfast-Züchter, die sich wirklich ernsthaft an einer weiteren Selektion auf VSH und SMR (= Suppression of Mite Reproduction = Unterdrückte Milbenreproduktion) in der Breite beteiligen möchten.

So werden die Nachzuchten dieser im Ammergebirge angepaarten Königinnen sicherlich immer noch sehr streuen. Das ist eben die Genetik! Und es sollten vom Beschicker nur Nachzuchten von Zuchtmüttern aufgestellt werden, die bereits auf geringen Varroamilbenbefall vorselektiert worden sind.

VSH-Zucht ist keine einfache und unkomplizierte Angelegenheit! Sie kostet viel Zeit und Mühe und vor allem auch viel Geld!

Angesagt ist ein lang andauernder Qualitätssicherungsprozess zur Kontrolle des Milbenbefalls. Und wir werden auch in den nächsten Jahren noch nicht ganz um Behandlungen unserer Völker umhinkommen. Aber es ist ein Anfang gemacht und wir hoffen Ihnen mit der Anpaarungszone Ammergebirge in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess in den nächsten Jahren bei Ihrer schadschwellenorientierten Völkerführung zur Seite zu stehen. Und bitte verwechseln sie die Zuchtkriterien „Hygieneverhalten“ nicht mit „VSH – Varroasensitive Hygiene“. Nicht überall wo „VSH“ oder „SMR“ draufsteht ist auch VSH oder SMR drin.

 

Stefan Luff

Zuchtkoordinator

 

Drohnenlinie 2019 (24 Drohnenvölker)

EL8736(GG)1dr 100% VSH = ilv.18-EL7112(RHO)1dr ins EL36(MR)1dr
imq.17-EL13(RHO) ins EL84(KK):
.16-EL131(EO) nat ELxx16(EO):
no more data

Weitere Informationen über die Drohnenvölker

Das zugehörige Pedigree, das Baumdiagramm der Zuchtkönigin und die Leistungsbewertung der Drohnenlinie für die Anpaarungszone Ammergebirge (amm) 2019 findet Ihr hier.

Beschreibung der Drohnenlinien 2019

Für die Drohnenlinie in 2019 haben wir noch ganz späte Nachzuchten im August und September 2018 nach unserer VSH-Auszählung erstellt. Die Königinnen sind alle kontrolliert auf einer mit einer VSH-Linie ausgestatteten Drohnenlinie begattet worden. Für die Anpaarungszone Ammergebirge haben wir uns für eine Elgonlinie EL8736(GG)1dr mit 100% VSH entschieden.

Die Mutter ist EL7112(RHO)1dr mit 75% VSH und stammt aus unserem VSB-Projekt. Erik Österlund hatte vor einiger Zeit dem Josef Koller Elgonbienen gegeben. Erik ist – wie auch Josef Koller – schon seit Jahren einer der Säulen der Varroaresistenzzucht in Europa. Er macht dies auf der Grundlage der vom Mount Elgon aus Afrika stammenden Monticola-Biene. Da war es für Josef eine Frage der Ehre, dass er ihm aus unserem Zuchtprogramm von 2016 Zuchtmaterial zurückgeschickt hatte. Erik hat dann in 2016 von seiner Elgonlinie mit dem geringsten Varroamilbenbefall (EO131) wiederum eine Königin zurückgeschickt, die ich dann noch spät im Herbst in ein Miniplus eingeweiselt und überwintert hatte. Die Königin EL13 ging dann ungeprüft zu Ralf Höling, der die Nachzuchten gleich in 2017 mit einer Elgonlinie von Josef Koller (EL84) eindrohnbesamen ließ.

Die Mutter EL7112(RHO)1dr mit 75% VSH

Der Vater von EL8736(GG)1dr ist EL36(MR)1dr mit 87,5% VSH und stammt ebenfalls schon aus unserem VSB-Projekt. Die Vorstandschaft des LV besuchte in 2017 die Wanderimkerei Ralf Kolbe in Sachsen-Anhalt. Wir erhielten von ihm die EL8(RKR). Diese stammte ursprünglich auch von Erik Österlund und kam zunächst über Gert Brix (EL157) und dann Bernd Brix (EL104) zu ihm. EL8(RKR) hatte bereits den zweiten Winter unbehandelt überlebt. Wir besamten EL8 mit einem Drohn der B14Vt(RHO). Das Ergebnis war EL36 von Martin Rößner, der uns für die Besamung ein vorselektiertes Drohnenvolk mit einem Milbenbefall unter 1% zur Verfügung stellte.

Das Vatervolk der Linie EL36(MR)1dr von Martin Rößner mit 87,5% VSH

Ich selbst habe am Stand mehrere Nachzuchten der EL7112(RHO)1dr im Ammergebirge mit B741Vt(LS)1dr angepaart. Diese überzeugen durch eine enorme Vitalität. Eine Futterkontrolle im Februar 2019 zeigte sehr schöne ruhig in der Wintertraube sitzende Bienen. Dieses Elgonmaterial macht gerade bezüglich Varroamilbenbefall richtig Freude. So sind deren Befallsraten bei mir durchwegs unter 1%.

Für EL8736(GG)1dr von Georg Gindhart und Franz Robeller haben wir uns deswegen entschieden, weil wir 30 Nachzuchten der Mutterlinie EL7112(RHO)1dr hatten, die wir in der VSH-Selektion eindrohnbesamt, normal besamt oder belegstellenbegattet ausgezählt hatten. 11 Königinnen hatten dabei einen niedrigen VSH-Wert unter 50%. 10 Königinnen hatten einen VSH-Wert der zwischen 50% und 74% lag. Und 9 Königinnen hatten mindestens 75% VSH oder trotz Infektion überhaupt keine Milben! So erhoffen wir uns daher eine gute Vererbung der VSH-Genetik, indem wir die richtige Auswahl getroffen haben?

Die Beschickungstermine und Anmeldungen werden vorrangig an das VSB-Projektteam vergeben.

Stefan Luff

Zuchtkoordinator

Beschickungstermine 2019

Anlieferung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr
1. Juni / 8. Juni / 15. Juni / 22. Juni / 29. Juni / 6. Juli / 13. Juli

Abholung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr
Ab 15. Juni, letzte Abholung 27. Juli

Anmeldungen

Anmeldung ab 15.04. 2019 ausschließlich online auf der Homepage unter Belegstellenanmeldung möglich.

Für größere Einzelanlieferungen ab 50 Einheiten setzen sie sich bitte mit dem Belegstellenleiter oder dem Zuchtkoordinator per E-Mail in Verbindung.

 

 

Anfahrt

Die Anfahrt erfolgt am besten von der B23 über die Ortschaft Altenau in Richtung Forsthaus Unternogg. Richtung Westen vorbei zum Parkplatz an der Königstraße fahren. Dort ist nach ca. 500 m der Treffpunkt. Es ist sehr wichtig, dass dort rechtzeitig angereist wird. Ab der Abfahrt zur Belegstelle gibt es keinen Mobilfunkempfang mehr. Die Belegstelle kann nur mit einer Fahrerlaubnis befahren werden, die ihr vom Leiter der Anpaarungszone erhaltet. Wer nicht rechtzeitig kommt wird sich ohne Ortskenntnis nicht orientieren können.

Geokoordinaten des Treffpunkts:

47°38'47.2"N
10°58'11.0"E

Belegstellengebühren

Maßgebend ist die gültige Belegstellenordnung des Landesverband Buckfastimker Bayern e.V. siehe: Belegstellenordnung