Allgemeine Informationen

Seit 2015 stellen wir unseren Mitgliedern eine weitere Hochgebirgsbelegstelle zur Verfügung.

Den stetig wachsenden Mitgliederzahlen und der ausgeschöpften Kapazitäten am Hausberg geschuldet, streckten wir unsere Fühler aus, um für unsere Buckfastimker eine weitere sichere Begattungsmöglichkeit anbieten zu können.

Wenige Kilometer südlich der bayerischen Grenze und nördlich von Innsbruck gelegen befindet sich das faszinierende Rißbachtal, der Einstieg zum Karwendelgebirge. Das Tal bekam seinen Namen vom rund 26 Km langen Rißbach der das Tal durchfließt und entwässert. Hinterriß ist der Gemeinde Vomp angehörig, die ihre Ausläufer bis zur bayerischen Grenze hat.

Der Weg in das Rißtal führt nur über die in Bayern liegende Ortschaft Vorderriß, die ihr weiträumig über die B307 bzw. die B11 erreichen könnt. Die Belegstelle ist im Naturschutzgebiet Karwendel beheimatet, welches mit seinen Natur- und Landschaftsschutzgebieten den größten Naturpark Österreichs darstellt. Die Belegstelle liegt unterhalb des großen Ahornbodens und ca. 4 Km nach der Ortschaft Hinterriß, gegenüber der Garberlalm.

Auf ca. 1000m Höhe steht uns ein ca. 2000 qm großes Areal zur Verfügung, welches den Drohnenvölkern und Begattungseinheiten ausreichend Platzbietet. Die Fläche ist Eigentum des Österreichischen Staates, vertreten durch den Forstbetrieb Oberinntal, mit dem wir uns über einen Pachtvertrag einigen konnten. An dieser Stelle nochmals unseren herzlichen Dank!

 

Belegstellenbericht 2019

Das Bienenjahr begann spät! Im Oberland hatten wir in 2019 einen extrem schneereichen Winter und einen kühlen, feuchten Mai. Die Drohnenvölker sind trotzdem gut über den Winter gekommen.

Die 1. Anlieferung war am 1. Juni und damit eine Woche später als üblich. Endlich passten das Wetter und die Temperatur, der Schnee hatte sich in die höheren Lagen zurückgezogen. Am 5. Juni mussten wir schon mit dem Füttern beginnen, da die Bienen vereinzelt versuchten, die Drohnen nicht mehr in die Drohnenvölker zu lassen. Es gab keine Tracht und auch keinen Blütenhonig. In so einer Situation ist es äußerst wichtig, dass im Drohnenvolk kein Absperrgitter vorhanden ist. Die Drohnen können sich in den Honigraum zurückziehen und, sofern sie nicht von den Arbeiterinnen gefüttert werden, auch selbst am Honig bedienen. Wir schneiden dazu zwei Honigrahmen komplett aus und bei kontinuierlichem Futterstrom werden diese gleich mit Drohnenbau ausgebaut und bestiftet. Die ausgelaufenen Drohnenwaben im Brutraum werden auch mit Futter gefüllt. Hier bedienen sich die Drohnen aus den großen Drohnenzellen am Futter, was sie wegen ihrer Kopfgröße bei normalen Futterzellen nicht können.

Am 26. Juni entweiselten wir die Drohnenvölker und machten Alt-Königinnenableger, da die Völker durch die Fütterung sehr stark waren. Es gab zu dieser Zeit immer noch keine Tracht. Läuse waren eigentlich genügend vorhanden, aber die Bienen beflogen sie nicht. Die Fichten lieferten keinen Saft, es war zu heiß und zu trocken. Letztes Jahr hatten wir zu viele Gewitter, zu viel Starkregen. Heuer gab es zu wenig Regen.

Am 3. Juli wurden bei den entweiselten Drohnenvölkern die Nachschaffungszellen gebrochen und angepflegte Weiselzellen aus der neuen Drohnenlinie für 2020 der B20(TR) von Thomas  Rüppel zugesetzt. So wurde die B20 auch gleich mit der B279 begattet.

Das Füttern der Drohnenvölker, das Entweiseln und wieder Beweiseln war viel Arbeit, aber es hat sich voll rentiert. Und dass es überhaupt keine Tracht gegeben hat, das war die ganzen 5 Jahre noch nie der Fall gewesen.

Unser Zuchtkoordinator Stefan Luff hatte Bedenken, dass er uns auf die Nerven geht mit seinen Ratschlägen, damit die Drohnen gut gepflegt werden. Aber wir waren wirklich für jeden Tipp dankbar. Und so hatten wir bis Ende Juli starke Völker und sehr viele Drohnen. Anfang August, beim Abräumen der Belegstelle, nahmen wir noch viele Drohnen mit nach Hause.

Das fünfte Jahr im Karwendel war unser bisher beschickungsstärkstes und erfolgreichstes Belegstellenjahr. Wir hatten von 94 Züchtern 2272 Anlieferungen bei einer Begattungsquote von 84 %. Es war ja fast immer schönes Begattungswetter und warme Temperaturen. Drohnenlinie war die B279 (LS). Stefan stellte uns das Zuchtvolk zur Verfügung. Die Königin B279 (LS) kam als besamte vorgetestete Königin von Jos Guth zu ihm. Sie hatte auffallend wenige Milben. Der Vater ist eine Anatolierlinie und damit auch eine dunklere Biene.

Das Anmeldetool funktionierte auch einwandfrei. Durch die Vorauszahlung und die Preiserhöhung von 4,00 € auf 7,00 € wurde vorsichtiger gebucht und dadurch waren auch fast zu jeder Zeit noch Plätze frei, die aber dann noch kurzfristig belegt werden konnten. Wer ein paar mehr Königinnen zur Begattung mitbrachte hatte sich beim Belegstellenteam gemeldet und man konnte die fehlenden Beträge nachzahlen. Die Vorauszahlung bei Anmeldung funktionierte auch einwandfrei, dank Andreas Zoelzer, der den ganzen Zahlungsverkehr kontrollierte. Er hat uns dadurch viel Arbeit abgenommen.

Da die bestehenden Drohnenvölker nur umgeweiselt wurden auf die neue Drohnenlinie, gehen die neuen Drohnenvölker stark in den Winter. Die Zusammenarbeit mit den österreichischen Staatsforsten ist vorbildlich. Ich möchte mich beim Förster Sylvester Rainer und seinen Jägern besonders bedanken. Sie haben auch immer ein Auge darauf, sollten sich außerhalb der Anlieferungszeit fremde Autos oder Personen auf der Belegstelle befinden. Mit dem österreichischen Veterinär aus Schwaz Dr. Kastlunger lässt es sich auch sehr gut zusammenarbeiten.

Dank an alle Züchter, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben! Also 2019 war rundherum eine gelungene Sache.

Unser Team mit Marko Schnürch, Sepp Schreiner und ich, wir haben die Belegstellensaison wieder gut überstanden und stehen für die neue Aufgabe 2020 wieder voll zur Verfügung.

Xaver Willibald

Belegstellenleiter

Drohnenlinien für 2020 (24 Drohnenvölker)

B20(TR) 63% VSH =

.18-B158(TR) bal M112(TR):
.16-B161(TR) mrk B59(MKN):
.15-GR36(TR) bal B69(TR):
.14-GR118(TR) bal B54(TR):
.12-GR23(TR) bal B72(TR):
.09-GR22(TR) bal B78(TR):
.08-GR51(TR) mrk B10(TR):
.07-GR1(PN) bal B175(TR):
.06-Gr.R.mountain06Q x Gr.R.mountainDr

unknown bee race from Graaff-Reinet mountain,

1.400 m above the sea level (South Africa)

weitere Informationen über die Drohnenvölker

Das zugehörige Pedigree, das Baumdiagramm der Zuchtkönigin und die Leistungsbewertung der Drohnenlinie für die Belegstelle Karwendel (kar) 2020 findet Ihr hier.

Beschreibung der Drohnenlinien

Die neue Drohnenlinie für 2020 ist die B20(TR). Eine helle Biene (die letzten Jahre hatten wir dunklere auf der Belegstelle Karwendel). Sie ist sehr brav, sehr vital und gut zu bearbeiten, machte starke Völker und große geschlossene Brutnester. Die Zuchtmutter kommt von Thomas Rüppel, dem wir an dieser Stelle ganz herzlich für seine jahrzehntelange qualifizierte und konsequente Zuchtarbeit danken.

B20(TR) auf einer Brutwabe - wenn man genau hinsieht, dann findet man leider nur 5 Beine. Das Volk ist trotzdem sehr zufrieden mit Ihrer Regentin. Keine Umweiselungstendenzen.

B20 ist eine von drei Zuchtmüttern der Zuchtrichtung Buckfast, die am Zuchtprogramm EurBeST teilnimmt (=European honey Bee breeding and Selection Team). Dazu haben die Züchter Thomas Rüppel und Matthias Arndt sowie die VSB-Zuchtgruppe Bayern jeweils 120 begattete Geschwisterköniginnen einer Buckfastlinie mit Resistenzmerkmalen zur kommerziellen Prüfung in Berufsimkereien und zur Leistungsprüfung durch das Bieneninstitut Kirchhain zur Verfügung gestellt. Kirchhain betreut EurBeST federführend. Zentrale Fragestellungen des Projekts sind:

 

  • Struktur der europäischen Bienenzucht und des Marktes
  • Existenz resistenter Bienenherkünfte
  • Relevante Resistenzmerkmale
  • Geeignete Selektionsmethoden
  • Kosten und Benefits resistenter Bienen für die europäische Berufsimkerei
  • Empfehlungen für die Weiterbildung des Zuchtsektors

 

Peter Spieker vermehrte die Geschwisterköniginnen von Thomas Rüppel und der VSB-Gruppe Bayern. Danach erwarb der Landesverband Buckfastimker Bayern e. V. die Zuchtkönigin von Thomas Rüppel zur Verwendung als Drohnenmutter für den Karwendel.

Es handelt sich hier um eine noch recht frische Buckfastlinie mit Ursprüngen in Afrika (Graaff-Reinet x Montikola). In der bayerischen VSB-Zuchtgruppe infizierten wir im Juli 2019 das Volk mit Varroamilben und bestimmten den VSH-Wert. Dieser liegt bei 63 %. Das entspricht einem SMR-Wert von 33 %. Ein sehr guter Wert für eine solch breit angepaarte Königin! Da waren auf der Belegstelle Baltrum in 2018 mit der M112(TR) sehr viele Drohnen mit Eigenschaften zur Varroaresistenz aufgestellt.

Zukünftig möchten wir für alle unsere Belegstellenlinien ein VSH-Wert bestimmen. Das schaffen wir zwar nicht immer, aber dafür immer öfter. Die Honigleistung selbst konnte ich aufgrund des Tests in einer kleineren Einheit nicht beurteilen.

Die Anpaarung der Geschwisterköniginnen für die Drohnenvölker erfolgte mit B279(PJ) im Karwendel.

Das Volk B20(TR) gefällt mir persönlich sehr gut und ist ganz ohne Rauch zu bearbeiten. Es sitzt derzeit zur Überwinterung in einem 12er Miniplus im Warmbau auf 3 Zargen also insgesamt 36 Miniplus! Wenig Milben, sehr einheitliches Erscheinungsbild, gute Frühjahrsentwicklung, breite Genetik und hohe Vitalität. Keinerlei Schwarmtendenzen, auch wenn die Kiste immer wieder innerhalb kürzester Zeit rappelvoll mit Bienen war und nicht gleich geschröpft wurde. Eine wirklich tolle Biene von Thomas Rüppel. Streichelbienen!

 

Stefan Luff
Zuchtkoordinator

Beschickungstermine 2020

Anlieferung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr

  1. Mai / 6. Juni / 13. Juni / 20. Juni / 27. Juni / 4. Juli / 11. Juli

 

Abholung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr

Ab 13. Juni, letzte Abholung 25. Juli

Anmeldung 2020

Anmeldung ab 30.04. 2020 ausschließlich online auf der Homepage unter Belegstellenanmeldung möglich.

Anfahrt

Die Anfahrt kann nur von Norden ins Rissbachtal erfolgen. Über die B13 von Bad Tölz über Lengries zum Silvensteinstausee. Am Kraftwerk auf die B307 wechseln und in Richtung Fall/Vorderriss dem Isartal nach Westen folgen. In Vorderriss nach Süden in Richtung Landesgrenze zu Österreich abbiegen und der Risstallandesstraße 21 in Richtung Großer Ahornboden bis zum Parkplatz 3 km nach der Ortschaft Hinterriß, am kleinen Parkplatz, rechts abbiegen über den Rißbach, dann der Beschilderung folgen.

Bitte beachten Sie, dass die Anfahrt Mautpflichtig ist und damit zusätzliche Gebühren anfallen!

Geokoordinaten:
N: 47° 27' 33,00"
E: 11° 31' 01,04"

 

Belegstellengebühren

 

Maßgebend ist die gültige Belegstellenordnung des Landesverband Buckfastimker Bayern e.V. siehe: Belegstellenordnung.