Allgemeine Informationen

Seit 2015 steht unseren Mitgliedern diese Hochgebirgsbelegstelle im Karwendel zur Verfügung.

Wenige Kilometer südlich der bayerischen Grenze und nördlich von Innsbruck gelegen befindet sich das faszinierende Rißbachtal, der Einstieg zum Karwendelgebirge. Das Tal bekam seinen Namen vom rund 26 km langen Rißbach, der das Tal durchfließt. Hinterriß ist der österreichischen Gemeinde Vomp angehörig, die ihre Ausläufer bis zur bayerischen Grenze hat.

krw 2021 - Belegstelle

Der Weg ins Rißtal führt nur über die in Bayern liegende Ortschaft Vorderriß, die Sie weiträumig über die B307 bzw. B11 erreichen können. Die Belegstelle ist im Naturschutzgebiet Karwendel gelegen, das mit seinen Natur- und Landschaftsschutzgebieten der größte Naturpark Österreichs ist. Die Belegstelle liegt unterhalb des großen Ahornbodens und ca. 4 km nach der Ortschaft Hinterriß, gegenüber der Garberlalm.

Auf ca. 1.000 m Höhe steht ein ca. 2.000 qm großes Areal zur Verfügung, welches den Drohnenvölkern und Begattungseinheiten ausreichend Platz bietet. Die geografische Abschirmung dieser Belegstelle ist einfach prächtig! Die Fläche ist Eigentum des österreichischen Staates, vertreten durch den Forstbetrieb Oberinntal, mit dem wir einen Pachtvertrag abschließen konnten.

Belegstellenbericht 2020

2020 war das sechste Jahr auf der Belegstelle Karwendel. Der Winter war normal und ohne große Extreme. Im März behandelten wir alle Völker mit Oxalsäure (Blockbehandlung). Das hat die Varroa so weit reduziert, dass man den ganzen Sommer lang ohne einen nennenswerten Varroabefall arbeiten konnte. Anfang April reizten wir die Drohnenvölker einmal in der Woche mit einer kleinen Futtergabe Zuckerwasser, damit der Drohnenrahmen schön ausgebaut und bebrütet wurde. Das Wetter im Mai 2020 war sehr gut für die Entwicklung der Völker. 30 gut entwickelte Drohnenvölker konnten samt einer Zarge Blütenhonig auf die Belegstelle geliefert werden.

Erste Anlieferung der Begattungseinheiten war der 30. Mai. Das Wetter machte auch mit. Das Anmeldetool wurde am 29.04.2020 geöffnet und nach ein paar Tagen waren die begehrtesten frühen Begattungsplätze schon ausgebucht. Da wir mit unserer Fütterungsmethode bis zum August die Drohnen gut halten konnten, war auch die letzte Anlieferung am 13.07.2020 gut belegt und mit reichlich Drohnen versorgt.

Am 17.06.2020 haben wir wieder einmal mit dem Füttern der Drohnenvölker begonnen, da weit und breit keine Tracht zu sehen war. Dass es auf der Belegstelle keine Tracht mehr gibt, daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Wir hatten zwar im Juni einmal einen Lausbesatz von der Melezitoselaus, aber die schweren Regengüsse wuschen alles ab.

Wir fütterten mit Honig in Futtertaschen, direkt hinter dem Schied und doch nahe an der Brut. Die Drohnen hatten so einen immer konstanten Futterfluss.

Die leeren oder nur zum Teil leeren Futtertaschen wurden jede Woche gegen volle Futtertaschen ausgetauscht. Somit brauchten wir nur einmal zu füttern. Das war auch arbeitsmäßig leicht zu machen, da die leeren Futtertaschen zu Hause mit flüssigem Honig nachgefüllt werden konnten. So hatten wir bis August noch viele Drohnen.

Am 1. Juli entweiselten wir die Drohnenvölker mit Töchtern der B20(TR) und setzten dafür schlupfreife Zellen der neuen Drohnenlinie für 2021, der B220(RKR) aus der Wanderimkerei Ralf Kolbe ein. Von jetzt an stand alles unter keinem guten Stern mehr.

Als Erstes war die Zuchtkönigin B220(RKR) nach dem ersten Umlarven aus dem Ableger verschwunden. Als Nächstes legten die Jungköniginnen aus dieser ersten Zuchtserie sehr schöne Brutnester an, mit hochgedeckelter Brut, die Bienen waren brav und buckfastfarben, aber die Hälfte der Königinnen wurden immer wieder umgeweiselt. Es ist schade um die B220(RKR). Sie ist eine wunderbare Biene, aber so für ein Drohnenvolk nicht zu gebrauchen. Der Zuchtkoordinator Stefan Luff musste sich in der Folge um eine neue Drohnenlinie für 2021 umschauen.

Sonst war es eine schöne, harmonische Belegstellensaison. Auch das Wetter machte mit. Auf der Belegstelle standen 30 vitale Drohnenvölker mit der B20(TR). Diese Königin hatte alle guten Eigenschaften. Von 83 zufriedenen Züchtern wurden 2.479 Königinnen angeliefert, bei einem Begattungserfolg von 82 %. Wir hatten 7 Durchgänge mit je 300 Königinnen – Belegungsrate 110 %. Die 30 Drohnenvölker waren die ganze Saison stark und vital. Auch für die letzte Anlieferung am 13.07.2020 standen noch viele Drohnen zur Verfügung.

Ich möchte mich hiermit auch wieder bei allen bedanken, die am guten Gelingen mitgewirkt haben.

krw 2021 - Xaver Willibald

Drohnenlinien für 2021 (30 Drohnenvölker)

Für die Hochgebirgsbelegstelle Karwendel haben wir uns als Drohnenlinie letztlich für die B2097.01(LS)1dr mit 100 % VSH und 100 % Hygiene entschieden.

B2097.01(LS)1dr =
.19-B209(FZ) ins V973(PJ)1dr :
.18-B134(LS)1dr ins EL44(KK)1dr:
.17-B35(LS) ins B14Vt(RHO):
.15-B375(LS) bal B69(TR):
.12-B370(LS) hbg B7(HSB):
(F13 einer von Horst Preissl stammenden Anatolierlinie - Cankiri 1997)

Das vollständige Pedigree und die Bewertung des Zuchtvolks finden Sie auf

https://pedigree.karlkehrle.org/createdpeds/B2097.01(LS)1dr.19.html

unter „Öffentlicher Bereich“ und dann „Züchterübersicht“. Einfach nach dem Züchterkürzel „LS“ suchen und dann können Sie unter dem Zuchtjahr 2020 alle gewünschten Daten frei zugänglich einsehen.

krw 2021 - Baumdiagramm B2097.01(LS)1dr
B2097.01(LS)1dr – Baumdiagramm (Quelle: https://pedigree.karlkehrle.org)

Beschreibung der Drohnenlinien

krw 2021 - B2097.01(LS)1dr
B2097.01(LS)1dr mit 100% VSH stiftete trotz Fototermins munter weiter

Von dieser Kombination Mutter B209(FZ) mit einem Drohn der V973(PJ)1dr hatten wir mehrere sehr gute Königinnen. Meine Kollegen Fritz Zieher, Simon Meyer und Werner Sichert halfen bei der Selektion dieser Drohnenlinie tatkräftig mit. Die Miniplusvölker wurden in 2019 und 2020 ausgiebig auf verschiedene bekannte Parameter der Resistenzzucht untersucht:

  • Brutbefall nach Infektion mit 150 Varroamilben (max. 1 %)
  • SMR (Suppressed Mite Reproduktion – max. 100 %)
  • VSH (=Varroasensitive Hygiene – max. 100 %)
  • REC (=Recapping) alle Zellen
  • REC (=Recapping) infizierte Zellen
  • HYG (=Bruthygienetest mit PIN – max. 100 %)
  • direktes Ausräumverhalten (30 einzeln geöffnete und mit Varroamilben infizierte und wiederverdeckelte Zellen – max. 100 %)
  • direktes Ausräumverhalten (30 einzeln geöffnete und nicht infizierte wiederverdeckelte Zellen – max. 20 %)

krw 2021 - Untersuchung

B2097.01(LS)1dr hat dabei in allen untersuchten Werten hervorragend abgeschnitten. In Zusammenarbeit mit Lina Sprau von der Universität Hohenheim wurde auch das direkte Ausräumverhalten mit 48 % sehr gut bewertet. Sehr gut ist das Ergebnis bei den 30 nicht infizierten Kontrollzellen: Hier lag Volk B2097.01(LS)1dr bei 3 %. Es wird also von den Bienen genau differenziert, ob eine Zelle mit einer Varroamilbe befallen ist oder nicht.

 

Der Bewertung von Hygiene, SMR und VSH gibt es nichts hinzuzufügen. Alle Werte sind ideal. Alleine die Bewertung von Recapping können wir noch nicht einordnen. Zu kurze Zeit untersuchen wir diesen Parameter im Projekt. Und gerade die breit angelegte Untersuchung im BLE-Projekt soll Aufschluss darüber geben, ob REC vererblich ist und welche Zusammenhänge zu einem Resistenzmechanismus beitragen können.

krw 2021 - Wanderung Tanne

Ich hatte bereits einige Völker mit Nachzuchten der B2097.01(LS)1dr in meiner Wanderimkerei im Einsatz und war sehr angetan von der Leistung. Behandelt wurden diese Nachzuchten der beiden Schwestern bisher nicht. Wir erhoffen uns gerade auch durch die Vorselektion der eingesetzten Drohnenvölker eine hervorragende Vererbung der Überlebensgenetik bei dieser Drohnenlinie. Einige dieser Königinnen waren jetzt im Winter 2020/21 als Drohnenvölkern in Argentinien und gehen unmittelbar zur Einweiselung Anfang April 2021 direkt ins Karwendel.

 

Wir gehen von einer sehr guten Vererbung der VSH-Eigenschaften aus!

 

Stefan Luff

Zuchtkoordinator

Beschickungstermine 2021

Anlieferung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr

5. Juni / 12. Juni / 19. Juni / 26. Juni / 3. Juli / 10. Juli / 17. Juli / 24. Juli

Abholung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr

Ab 19. Juni, letzte Abholung 7. August

Anmeldung 2021

Anmeldung ab 15.04. 2021 ausschließlich online auf der Homepage unter Belegstellenanmeldung möglich.

Für größere Einzelanlieferungen ab 50 Einheiten setzen sie sich bitte mit dem Belegstellenleiter oder dem Zuchtkoordinator per E-Mail in Verbindung.

Anfahrt

Die Anfahrt kann nur von Norden ins Rissbachtal erfolgen. Über die B13 von Bad Tölz über Lengries zum Silvensteinstausee. Am Kraftwerk auf die B307 wechseln und in Richtung Fall/Vorderriss dem Isartal nach Westen folgen. In Vorderriss nach Süden in Richtung Landesgrenze zu Österreich abbiegen und der Risstallandesstraße 21 in Richtung Großer Ahornboden bis zum Parkplatz 3 km nach der Ortschaft Hinterriß, am kleinen Parkplatz, rechts abbiegen über den Rißbach, dann der Beschilderung folgen.

Bitte beachten Sie, dass die Anfahrt Mautpflichtig ist und damit zusätzliche Gebühren anfallen!

Geokoordinaten:
N: 47° 27' 33,00"
E: 11° 31' 01,04"

 

Belegstellengebühren

Maßgebend ist die gültige Belegstellenordnung des Landesverband Buckfastimker Bayern e.V. siehe: Belegstellenordnung.

Auf der Belegstelle Karwendel werden je Königin 12 € erhoben. Mitglieder im Landesverband Buckfastimker Bayern e. V. erhalten bei Anmeldung mit der gültigen Mitgliedsnummer einen Bonus von 1 €.