Allgemeine Informationen

Seit 2015 steht unseren Mitgliedern diese Hochgebirgsbelegstelle im Karwendel zur Verfügung.

Wenige Kilometer südlich der bayerischen Grenze und nördlich von Innsbruck gelegen befindet sich das faszinierende Rißbachtal, der Einstieg zum Karwendelgebirge. Das Tal bekam seinen Namen vom rund 26 km langen Rißbach, der das Tal durchfließt. Hinterriß ist der österreichischen Gemeinde Vomp angehörig, die ihre Ausläufer bis zur bayerischen Grenze hat.

krw 2021 - Belegstelle
Blick ins Rißbachtal

Der Weg ins Rißtal führt nur über die in Bayern liegende Ortschaft Vorderriß, die Sie weiträumig über die B307 bzw. B11 erreichen können. Die Belegstelle ist im Naturschutzgebiet Karwendel gelegen, das mit seinen Natur- und Landschaftsschutzgebieten der größte Naturpark Österreichs ist. Die Belegstelle liegt unterhalb des großen Ahornbodens und ca. 4 km nach der Ortschaft Hinterriß, gegenüber der Garberlalm.

Auf ca. 1.000 m Höhe steht ein ca. 2.000 qm großes Areal zur Verfügung, welches den Drohnenvölkern und Begattungseinheiten ausreichend Platz bietet. Die geografische Abschirmung dieser Belegstelle ist einfach prächtig! Die Fläche ist Eigentum des österreichischen Staates, vertreten durch den Forstbetrieb Oberinntal, mit dem wir einen Pachtvertrag abschließen konnten.

Belegstellenbericht 2021

Die vorgeprüften Königinnen der B2097.01(LS)1dr wurden von Stefan Luff Anfang April angeliefert, weil die vorgesehene Belegstellenlinie leider aus verschiedenen Gründen ausgewechselt werden musste. Zusammen mit Marco Schnürch und Josef Schreiner weiselten wir daher im zeitigen Frühjahr alle Drohnenvölker um.

Das Jahr 2021 war im Mai nass und kalt. Viele angesetzte Zuchten funktionierten nicht. Mit leeren Honigräumen lassen sich halt keine Starter machen. Funktioniert haben nur Starter nach Adam mit aufgesetztem Sammelbrutableger. So wurden bei den ersten Anlieferterminen bedeutend weniger Königinnen angeliefert als möglich waren. Dieser Ausfall lässt sich aber später nicht mehr aufholen, obwohl wir am 8. Juli noch eine Anlieferung zusätzlich einschoben.

Mit der Fütterung mussten wir, wie in den letzten Jahren auch, schon am ersten Tag anfangen. Wir fütterten mit Honig in Futtertaschen, direkt hinter dem Schied und doch nahe an der Brut. Die Drohnen hatten so einen immer konstanten Futterfluss. Die leeren oder nur zum Teil leeren Futtertaschen wurden jede Woche gegen volle Futtertaschen ausgetauscht. Somit brauchten wir nur einmal zu füttern. Das war auch arbeitsmäßig leicht zu machen, da die leeren Futtertaschen zu Hause mit flüssigem Honig nachgefüllt werden konnten. So hatten wir bis August noch viele Drohnen.

Am 14. Juni wurde die neue Zuchtmutter für die Drohnenvölker 2022 geliefert und am 21. Juli die Drohnenvölkern entweiselt. Gleichzeitig wurden schlupfreife Königinnenzellen von der neuen Zuchtmutter für die Drohnenvölker 2022 im Karwendel eingesetzt. Die neue Drohnenlinie B307(JtB) baute starke Überwinterungsvölker auf. Die Kisten waren prall gefüllt mit Bienen. Sie hatte auch sämtliche guten Eigenschaften, die man heute von einer Zuchtmutter erwartet. Besonders aufgefallen ist, dass ich heuer ohne Varroabehandlung ausgekommen bin, außer einer Blockbehandlung mit Oxalsäure im März.

Sonst war es eine eher durchwachsene Belegstellensaison. Das Wetter war einfach zu abwechslungsreich und oft zu kalt. Aber so ist es halt im Hochgebirge. Auf der Belegstelle standen 30 vitale Drohnenvölker mit der B2097.01(LS)1dr. Diese Völker hatten alle guten Eigenschaften. Von 64 zufriedenen Züchtern wurden 1.629 Königinnen angeliefert, bei einem Begattungserfolg von 81 %. Wir waren heuer nicht so stark belegt. Die 30 Drohnenvölker waren die ganze Saison stark und vital. Auch für die letzte Anlieferung am 16.07.2021 standen noch viele Drohnen zur Verfügung.

Ich möchte mich hiermit auch wieder bei allen bedanken, die am guten Gelingen mitgewirkt haben.

Xaver Willibald bei den Drohnenvölkern

Danke Marko und Sepp für Eure Mithilfe!

Xaver Willibald

Belegstellenleiter

Am 7. Februar 2022 schrieb mir dann der Xaver noch als Nachtrag:

Hallo Stefan,

letztes Jahr (2021) habe ich nur im März gegen die Varroa behandelt. Das restliche Jahr habe ich nur kontrolliert, Abfall bei allen Völkern fast null. Zur Einwinterung waren alle Kisten gerammelt voll mit Bienen. Ich habe davon auch noch 15 Ableger gemacht. Ich habe 63 Völker eingewintert und bei einer Kontrolle jetzt waren 2 Völker ausgefallen. Die überwinterten Völker waren auch überwiegend stark bis sehr stark. Ich bin überglücklich über diesen Erfolg.

Dass sich dieser Erfolg aber so von heute auf morgen einstellen kann, ist mir noch nicht ganz geheuer, weil meine Stände ja auch inmitten von … Völkern stehen, die ja von Varroaresistenz noch nie was gehört haben. Ein Imkerkollege sagte einmal zu mir:

"Wenn du an die varroaresistente Biene glaubst, dann glaubst du mit Sicherheit auch noch an das Christkind."

Das war damals, als du in Starnberg 2019 den Vortrag über das VSB-Projekt im Landesverband Buckfastimker Bayern gehalten hast. Das ist natürlich in erster Linie Euer Erfolg. Wir bekommen ja für die Drohnenvölkerköniginnen immer das Beste vom Besten und nur dadurch ist sowas möglich. Ich werde heuer auch im März nicht mehr behandeln, wenn bei den Kontrollen nichts abfällt.

Bienen aus einem Drohnenvolk der B307(JtB)

 

Mit der B307 haben wir auch heuer eine hervorragende Zuchtkönigin. Bisher konnte man leider keine größere Kontrolle machen, da die Völker noch in der Wintertraube sitzen.

Viele Grüße

Xaver Willibald

Belegstellenleiter

 

Anmerkung vom Zuchtkoordinator:

Alle Drohnenvölker der B307(JtB) wurden mit der B2097.01(LS)1dr mit 100 % VSH in 2021 begattet. Somit schafft man durch eine gezielte Begattung die besten Voraussetzungen für Bienen, die sich selbst und ohne fremde Hilfe gegen die Varroamilbe helfen können, weil ja die Drohnen die Spermatheka der Königin abbilden und damit die richtigen VSH-Arbeiterinnen zur Verfügung stehen. Wenn also die Ausgangskönigin bereits über Resistenzmechanismen verfügt, wie hier die B307(JtB) mit 75 % VSH, dann ist das genau die richtige Mischung im Bienenvolk, um sich gegen die Varroamilbe wehren zu können - effektiv wehren zu können!

Drohnenlinien für 2022

Für die Hochgebirgsbelegstelle Karwendel haben wir uns als Drohnenlinie für die B307(JtB) mit 75 % VSH entschieden.

B307(JtB) =

.18 - B181(JtB) aml B712(JtB) :

.16 - B18(JtB) aml B30(GV) :

ieg.15 - B30(GV) aml B151(KK):

imq.13 – B307(FF) hbff A144(FF) : etc.

F27 von Sinop62R a.m.anatolica

Das vollständige Pedigree und die Bewertung des Zuchtvolks finden sie auf

https://pedigree.karlkehrle.org/createdpeds/B307(JtB).18.html

unter „Öffentlicher Bereich“ und dann „Züchterübersicht“. Einfach nach dem Züchterkürzel „JtB“ suchen und dann können sie unter dem Zuchtjahr 2019 alle gewünschten Daten frei zugänglich einsehen.

Jans ter Bork schrieb mir zu dieser Drohnenlinie:

Vatervölker 2021 auf Ameland waren Nachzuchten der B307(JtB) und der Schwester B307a(JtB). Es ist sehr wichtig, bei der Auswahl besonders geeigneter Völker für die Nachzucht von Königinnen und Drohnen nur auf die bestmöglichen Mütter zurückzugreifen. Besondere Bedeutung kommt der Auswahl von Drohnenvölkern für die Belegstellen zu, da deren Erbanlagen größte Verbreitung finden und auf diesem Weg sehr viele Imker unmittelbar von der Auslesearbeit der Züchter profitieren.

Diese alte Buckfast-Linie ist bereits in der 27. Generation und wir besitzen sie seit 7 Jahren. Wir überwintern unsere Zuchtmutter in Miniplus-Beuten, und auch deshalb halten sie sich sehr lange. Sie hat eine außergewöhnlich gute Überwinterung und zeichnet sich durch ihre außergewöhnliche Vitalität aus.
Königinnen und Arbeiterinnen haben ein langes Leben. Sie entwickeln ein großes Brutnest und diese Linie zeichnet sich durch ihre Populationsstärke aus. Ihr Orientierungssinn ist gut. Die Suchbienen finden schnell neue Trachtquellen und auch diese Linie zeichnet sich durch hohe Honigerträge aus. Die Begattungsergebnisse sind immer hoch und diese Linie zeichnet sich auch durch eine extreme Genügsamkeit aus. Manchmal legen sie etwas Propolis an und in der Futtertasche wollen sie manchmal eine Wabe bauen. Das Volk hatte in 3 Jahren keine Schwarmzellen herangezogen! Ist noch immer vital und lebenskräftig. Wir haben die Schwesterngruppen von 2 Zuchtmüttern hergestellt und zwar mit B307(JtB) und mit B307a(JtB). Zurückbetrachten muss man aber maximal die letzten 7 Generationen, die jetzt maßgeblichen Einfluss auf die Eigenschaften ausüben:

F0: Anpaarung 2018 der B181(JtB) aml B712(JtB) von Jans ter Bork auf Ameland. Eine F9 von MG Margrets Hive No 3 und damit südafrikanisches Material von Horst Preissl und Thomas Rüppel kombiniert mit B30(GV) von Gosse van der Felde. Sehr vitale und frische Genetik.

F1: Anpaarung 2016 B18(JtB) aml B30(GV) von Gosse van der Felde und bewährter Fehrenbach-Genetik aus Sinop62R a.m. anatolica

Volk der B307(JtB) - Foto von Jans ter Bork

F2: Kombination in 2015 der B30(GV) mit frischer Elgongenetik B151(KK) von Josef Koller /Erik Österlund auf Ameland. Hoher VSH-Gehalt

F3: Import der B307(FF) einer 2013 auf der Belegstelle der Imkerei Fehrenbach A144(FF) der Imkerei Fehrenbach begattet. Maximale Punktzahl bei Scharmtrieb; eine reine-Armenia-Kombination.

F4: 2011 B62(FF) hbff B58(FF) gezüchtet von Franz und Klaus Fehrenbach; eine reine Anatolica-Kombination von Sinop62R in der 22. Generation; sehr schwarmträge und ein Crop-Index von 1,7

Weitere Anpaarungen erfolgten in der Imkerei Fehrenbach. Sehr eng angepaarte Biene mit sehr hohem genetischem Bezug zu Bruder-Adam-Genetik, ohne dass die Vitalität auf der Strecke geblieben ist.

Liebe Grüße

Jans ter Bork

Anmerkung vom Zuchtkoordinator:

Sehr gut durchgezüchtete Buckfastbiene, die in 2021 bereits als Drohnenlinie in Ameland zum Einsatz gekommen ist. Die Genetik dieser Kombination ist etwas enger angelegt. Der Inzuchtkoeffizient (COI = coefficient of inbreeding) liegt bei 10,9 %.

Bei der Entstehung dieser klassischen Kombinationszuchtbiene kann man sehr schön die feine züchterische Bearbeitung und Rückkombinationen nachverfolgen. Es wird etwas „neues frisches“ dazugegeben und danach gleich wieder zurückkombiniert mit derselben Genetik der Ausgangslinie. Züchterische Auslese bedeutet immer Reinzucht und damit immer auch Inzucht. Zucht ist das Ausscheiden unerwünschter Eigenschaften bei gleichzeitiger Selektion und Konzentration auf die erwünschten Eigenschaften.

 

B307(JtB) – Baumdiagramm (Quelle: https://pedigree.karlkehrle.org)

 

B307(JtB) mit 75% VSH sehr gleichmäßige Bienen 😉

 

Eine bewährte Buckfastlinie die im züchterischen Austausch mit der Belegstelle Ameland zu uns nach Bayern gekommen ist. Jans ter Bork besuchte mich dazu zusammen mit seinem Kollegen Engbert de Vries im Mai 2021.

Engbert de Vries und Stefan Luff mit B307(JtB)

Das Miniplusvolk habe ich zusammen mit anderen Völkchen mit 300 Milben infiziert und 6 Wochen später einem VSH-Test unterzogen. Ergebnis war 50% was  75% VSH entspricht. Die Königin ist jetzt bereits im 4. Winter und das Miniplusvolk blieb bei mir unbehandelt. Sehr ruhige Bienen, die mir sehr gut gefallen.

Die Drohnenlinie wurde im Karwendel mit B2097.01(LS)1dr angepaart und blieb bisher unbehandelt. Wir gehen von einer sehr guten Vererbung aus!

Stefan Luff

Zuchtkoordinator

Beschickungstermine 2022

Anlieferung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr

  1. Mai / 4. Juni / 11. Juni / 18. Juni / 25. Juni / 2. Juli / 9. Juli / 16. Juli

Abholung jeden Samstag von 8.00 Uhr – 11.00 Uhr

Ab 11. Juni, letzte Abholung 30. Juli

Anmeldung 2022

Anmeldung ab 23.03.2022 ausschließlich online auf der Homepage unter Belegstellenanmeldung möglich.

Für größere Einzelanlieferungen ab 50 Einheiten setzen sie sich bitte mit dem Belegstellenleiter oder dem Zuchtkoordinator per E-Mail in Verbindung.

Anfahrt

Die Anfahrt kann nur von Norden ins Rissbachtal erfolgen. Sie fahren auf der B13 von Bad Tölz über Lenggries zum Sylvensteinspeicher, wechseln am Kraftwerk auf die B307 und folgen in Richtung Fall/Vorderriss dem Isartal nach Westen. In Vorderriss nach Süden in Richtung Landesgrenze zu Österreich abbiegen und der Risstallandesstraße 21 in Richtung Großer Ahornboden und durch die Ortschaft Hinterriss durchfahren.
Bitte beachten Sie, dass die Anfahrt mautpflichtig ist und damit zusätzliche Gebühren anfallen! Daher an der Mautstation bitte die Straßenmaut bezahlen weiterfahren und dann errreichen sie nach ca. 3 km die Garberlalm. Bitte daran vorbei fahren bis nach ca. 1 km der Treffpunkt direkt an der Brücke über den Rißbach liegt.

Bitte nutzen sie ausschließlich diese Anfahrt UND Abfahrt, da die bisherige westliche Anfahrt den Jagdbetrieb erheblich stört und seit 2022 verboten ist.

Geokoordinaten:
N 47° 27' 33.00" E 11° 31' 01.04"

What3Words-Adresse:

auswahl.teurer.kanne

 

 

Belegstellengebühren

Maßgebend ist die gültige Belegstellenordnung des Landesverband Buckfastimker Bayern e.V. siehe: Belegstellenordnung.

Auf der Belegstelle Karwendel werden je Königin 12 € erhoben. Mitglieder im Landesverband Buckfastimker Bayern e. V. erhalten bei Anmeldung mit der gültigen Mitgliedsnummer einen Bonus von 1 €.