Bechhofen-Königshofen, 28.Juli / 29. Juli / 30. Juli 2017

Das diesjährige VSH-Projekt des LV Buckfastimker Bayern e.V. stand unter dem Motto „Wer sucht, wird fündig!“.

122 Königinnen, 40 Teilnehmer, 23 Mikroskope und eine sehr gute Organisation – das sind die Eckpunkte, der breit angelegten Aktion.

Die insgesamt 40 Helfer kamen aus den Niederlanden, aus Portugal, aus Frankreich, aus der Schweiz und fast aus dem ganzen Bundesgebiet (Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen) zu uns nach Bayern.

Ein Teil der Helfer bei der Auszählung.

Insbesondere die Annahme, dass es in allen Buckfastlinien nennenswertes VSH gibt, konnten wir dieses Jahr beweisen.

Daher gibt es auch viele 0 % VSH-Ergebnisse gerade eben durch die Suche nach VSH in den VSH-Verdachtslinien und die dafür notwendige Besamung der Königinnen mit nur einem Drohn (sog. SDI – Single Drone Insemination).

Es sind einige neu gefundenen Kombinationen dabei, die eine gezielte Kombinationszucht mit diesem gefundenen Buckfastlinien ermöglichen werden.

Wie wir diese guten Ergebnisse jetzt bestmöglich und konzentriert auf das Wesentliche umsetzen werden und wie wir den Zuchtfortschritt, der sich bisher schon ergeben hat, halten und noch weiter verbessern können, das gilt es im bevorstehenden Winter zu diskutieren. Wir werden uns dazu Gedanken zusammen mit der Arista Stiftung und den weiteren Zuchtgruppen der Arista machen.

Hier die Ergebnisse:

7 Einheiten wurden aus verschiedenen Gründen nicht bewertet = 5,7 %

39 Einheiten hatten kein VSH (0 %) = 32,0 %

7 Einheiten hatten 12,5 % VSH =  5,7 %

5 Einheiten hatten 25,0 % VSH =  4,1 %

8 Einheiten hatten 37,5 % VSH =  6,6 %

20 Einheiten hatten somit ein niedriges VSH Niveau = 16,4 %

15 Einheiten hatten 50,0 % VSH = 12,3 %

15 Einheiten hatten 62,5 % VSH = 12,3 %

30 Einheiten hatten somit ein mittleres VSH Niveau = 24,6 %

15 Einheiten hatten 75,0 % VSH = 12,3 %

11 Einheiten hatten 87,5 % VSH =  9,0 %

0 Einheiten hatten 100 % VSH = 0 %

26 Einheiten hatten somit ein hohes VSH Niveau = 21,3 %

Wieder einmal haben wir festgestellt, wie wichtig die Infektion ist, die wir durchführen müssen. Teilweise war diese auch zu hoch (vielleicht war zu wenig Brut in den infizierten Einheiten?), aber insgesamt hatten wir auch einige Einheiten, die eine zu geringe Infektionsrate hatten. Vielleicht hatten diese zu infizierenden Einheiten dann wieder zu viel Brut für die 150 bis 200 zugegebenen Milben?

Es hilft uns nicht nur zu züchten, wir müssen dann auch konsequent alle Schritte des VSH-Bewertungs-Prozesses exakt durchführen.

Für die Organisation des Projekts zeichnete unser Zuchtkoordinator Stefan Luff verantwortlich. Stefan, Danke für Deinen unermüdlichen Einsatz und Dein Durchhaltevermögen. Die Wahl des Veranstaltungsortes war Klasse  – die Vorbereitungen für die Übernachtungsgäste einfach nur perfekt.

Für das Wabenmanagement (die Herausgabe der auszuzählenden Rähmchen) möchten wir uns bei Friedrich Konopa, Fritz Zieher und Roland Friedrich bedanken! Kein Helfer musste länger als ein paar Minuten auf sein Arbeitsmaterial warten und zu jeder Zeit war klar, welches Rähmchen und welcher Kasten zusammen gehörten.

Roland Friedrich und Fritz Zieher bei der Arbeit.

 

Friedrich Konopa und Roland Friedrich diskutieren mit Stefan Luff und Josef Koller.

Josef Koller, Ralf Höling und Carsten Hupfer haben erneut einen Großteil des Drohnenmaterials für die Besamung im Mai bereitgestellt. Danke Euch!

Bei den Auszählern bedanken wir uns für den unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz – ohne Euch hätten wir es nicht geschafft, so viele Völkchen durchzusuchen!

Zählen, Zählen, Zählen…..

Auch an BartJan Fernhout und Arista Bee Research unser ganz besonderer Dank für die tolle Unterstützung und Begleitung des Projekts bei uns in Bayern!

Stefan Luff und BartJan Fernhout bei der Bewertung eines Auszählergebnises.

Um es mit BartJan`s Worten zu sagen: The Bavarian machine is oiled and running!

Auch in 2018 geht unser Projekt weiter und wir freuen uns auf viele Freiwillige, die uns hierbei unterstützten.

Kontakt:

Stefan Luff

Zuchtkoordinator

Email:


4. Juni 2017

VSH-Belegstelle Ammergebirge in Betrieb genommen

(Bericht und Fotos von Zuchtkoordinator Stefan Luff)

Am ersten Juni-Wochenende  wurde die Belegstelle Ammergebirge  in Betrieb genommen. Nach einem ersten Testjahr soll die VSH-Belegstelle Ammergebirge ab 2018 zunächst allen aktiven VSH-Zuchtgruppen in der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker (GdeB) zur Verfügung stehen.

Als Drohnenlinie stehen insgesamt 9 Drohnenvölker zur Verfügung. Es sind dies sechs Nachzuchten der V97-3(PJ) mit 75 % VSH (von Buckfast Bayern) sowie drei Nachzuchten der V96-3(PJ) mit 87,5 % VSH (von Buckfast Süd). Diese Drohnenlinie aus, dem aus den USA importierten VSH-Material, wurde uns dankenswerterweise von Paul Jungels aus Luxemburg zur Verfügung gestellt. Die Zuchtmütter sind zwei Schwestern und Nachzuchten der V95(PJ) 1dr und jeweils mit nur einem Drohn der Buckfastlinie B154(RL) von Renaud Lavend’Homme (BE) besamt. Eine der Zuchtmütter – V97-3(PJ) – hat bereits das zweite Jahr ohne Behandlung in einem Miniplusvolk überlebt. Der VSH-Wert wurde 2015 bei einer Auszählaktion der Arista Bee Research Foundation in Luxemburg ermittelt.

Der neue Belegstellenleiter Georg Gindhart konnte die ersten 115 Begattungseinheiten aus VSH-Verdachtslinien bzw. VSH-geprüften Buckfastlinien zur Begattung auf der Belegstelle entgegen nehmen. Die Drohnenlinie von Paul Jungels steht für zwei Durchgänge im Juni auf der Belegstelle. Einen dritten Durchgang werden die VSH-Zuchtgruppen Buckfast Bayern und Buckfast Süd mit allen 87,5 % VSH klassifizierten eindrohnbesamten Nachzuchten der Kombination B74Vt(KK) x B14Vt(RHO) Anfang Juli durchführen.

Eingerichtet werden konnte die neue Begattungsmöglichkeit im Hochgebirge mit der Unterstützung des Fachberaters für Imkerei im Bezirk Oberbayern, Arno Bruder aus Weilheim.

Zur Erkundung war man bereits im Herbst 2016 gemeinsam unterwegs: Arno Bruder, Fritz Zieher und Hans Schweinesbein

 

 

 

Die ersten Belegstellenbeschicker und Organisatoren haben sich zu einem Gruppenbild zusammen gefunden. Dies sind:
Philipp Konopa, Arno Bruder, Georg Gindhart, Matthias Arndt, Klaus Mitterhauser und Fritz Zieher

 

 

Die Belegstelle Ammergebirge mit den Drohnenvölkern gestellt von: Matthias Arndt (2 x V96-3), Gerhard Kottek (1 x V96-3), Martin Rößner, Fritz Zieher und Stefan Luff (jeweils 2 x V97-3)

 

Die Kiesgrube ist gut mit PKW zu erreichen, für die Öffentlichkeit ist das Naturschutzgebiet allerdings gesperrt.
Jede Bayerische Belegstelle ist mit einer Stockwaage zur Überwachung der Trachtsituation ausgestattet.
Bei schlechtem Empfang muss man manchmal improvisieren!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die VSH-Projektgruppe Buckfast Süd/Buckfast Bayern erhofft sich dadurch einen weiteren wichtigen Schritt „auf der Suche“ nach einer behandlungsfreien Völkerführung.

Wir wünschen uns gutes Wetter und gute Begattungsergebnisse für diesen ersten gemeinsamen Süddeutschen VSH-Freilandversuch!

Stefan Luff
Zuchtkoordinator
LV Buckfastimker Bayern e.V.
Kontakt: