Die Buckfast gehört zur Art “Apis mellifera”, der westlichen Honigbiene. Sie ist eine Rasse die im Laufe von vielen Jahren aus verschiedensten Herkünften in England gezüchtet wurde.

Die Zuchtweise ist der üblichen Tierzucht entlehnt. Wenn ein Zuchtstamm auf Basis regionaler Herkünfte die Anforderungen nicht mehr erfüllt, wird ein Zuchtprojekt eingeleitet in dem die Eigenschaften verschiedener Herkünfte kombiniert werden. Bekanntestes Beispiel in der Nutztierzucht ist das Fleckvieh. Bei der Honigbiene besteht dabei nicht einmal die Gefahr der Natur zuwieder zu züchten, denn ein paar Flügel mehr lassen sich der Biene nicht anzüchten. Anders beim Schwein, dem ein paar Ripperl mehr angezüchtet wurden, nun aber die Tiere kaum noch selber laufen können.

Der Ursprung der Buckfastbiene war eher aus dem Gegenteil heraus motiviert. In den 1910er Jahren wurden in England beinahe alle Bienenvölker Opfer der Tracheenmilbe. Die dort heimische englische Biene, eine Vertreterin der dunklen Rasse ‘apis mellifera mellifera’, wurde durch die Seuche beinahe gänzlich ausgerottet. In einem Kloster in Südengland stellte jedoch ein junger deutscher Mönch, Bruder Adam (Karl Kehrle), fest, daß dort einige wenige Exemplare einer Kreuzung der italienischen Biene aus dem Piemont mit der alten englischen Biene gegen diese Seuche immun waren und auch sonst noch sehr gute Eigenschaften zeigten. Lebenskraft war seit Anfang das Markenzeichen der Buckfastbiene

Was darauf folgte ist wohl bis heute einzigartig in der Bienenzucht. Durch ständige Selektion wurde eine Biene geschaffen, bei der, neben anderen Merkmalen, vier wichtige Grundeigenschaften herausragen:

  • Fruchtbarkeit
  • Fleiß oder Sammeltrieb
  • Krankheitsfestigkeit
  • Schwarmträgheit

Im Vordergrund stand dabei, eine Biene die mit dem geringsten menschlichen Einfluß im biologischen Optimum wirtschaftlich gehalten werden kann. Seine Biene war und ist einer beständigen Veränderung unterworfen um das genetische Portential zu erhalten. Eine Selektion nach Körpermerkmalen wurde nie vorgenommen. Die Sanftmut übertrifft häufig die gewohnten Standards, gerade in diesem Bereich profitiert dei Landbiene ganz besonders vom Einfluss der Buckfast (siehe ‘Imkerfreund’ 3/1999)

Seit den 1960er Jahren wird diese Biene erfolgreich in Deutschland und Bayern gehalten. Seitdem wurde die Biene sehr erfolgreich auf die bayerischen Trachtverhältnisse angepasst, die sich grundlegend von denen in Südengland unterscheiden. Die Kombinationszucht und die Buckfastbiene bieten hierzu die Voraussetzungen. Eine weitere Anpassung wird nötig sein. Die Umstände in unserer Landschaft und Landwirtschaft verändern sich derzeit massiv. Mit einer reichhaltigen Zuchtpopulation kann besser auf diese Veränderungen reagiert werden als mit einem Zuchtstamm der auf einer regionalen Herkunft basiert. Welcher Landwirt der einigermaßen wirtschaftlich denkt (und keinen Museumsbetrieb führt), würde denn heute noch mit Schweinen, Rindern oder Hühnern vom Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiten?