Bei der Buckfastzucht werden Zuchtmethoden angewendet, die schon seit 100 Jahren in der wirtschaftlichen Tierzucht bewährt sind. Ein Fehlschlag ist nicht zu befürchten, da sich der Erfolg bereits eingestellt hat und immer mehr Imker diese Zuchtweise schätzen gelernt haben. Es ist eine andere Zuchtweise im Gegensatz zur Tierzucht auf der Basis einer geografischen Herkunft wie es bei der Carnicabiene oder z.B. beim Pinzgauer Rind getan wird. Buckfastzucht ist dagegen wie Fleckviehzucht.
Wenn Buckfastköniginnen mit Buckfastdrohnen gepaart werden, erhalten Sie immer, auch in fortgesetzten Generationen, Buckfastvölker. Alles klar??
Die Buckfastbiene ist nichts Statisches. DIE Buckfast gibt es nicht. Neben der Erhaltungszucht wird maßgeblich auch die ständige Weiterentwicklung des Zuchstammes verfolgt. Der Grundstamm kann so bei Bedarf an neue Anforderungen angepaßt werden. Ein großes Missverständnis ist jedoch die Meinung es müssen regelmäßig neue Kreuzungen vorgenommen werden. Das ist nicht der Fall. Auf unseren Belegstellen wird das gemacht, was in Carnicakreisen „Reinzucht“ genannt wird.
Ein über Jahre hinweg durchgeführtes Projekt der deutschen Bieneninstitute spricht bezüglich Sanftmut eine klare Sprache (siehe ADIZ,IF, Die Biene 3/99). Es ist kein negativer Einfluss feststellbar, eher das Gegenteil. Leider wird diese Tatsache jedoch überwiegend nicht zur Kenntnis genommen. Aber auch leistungsmäßig hat die Landbiene, dank des Einfluss der Buckfast, mächtig zugelegt.
Definitv nein! Vor 50 Jahren traf das evtl. zu. Seit Jahrzehnten aber sind Buckfastvölker im Winter brutfrei. Viele Linien sind im Oktober brutfrei und beginnen wie Carnicabienen Anfang Februar sehr zaghaft mit dem Brutgeschäft.
Buckfastvölker überwintern etwas stärker als Carnicavölker. Deshalb ist der Futterverbrauch auch etwas höher. Ins Reich der Märchen gehören jedoch Geschichten eines doppelten Futterbrauchs. Das geht meilenweit an der Realität vorbei die wir Buckfastimker jedes Jahr erleben. Der Mehrverbrauch an Futter bewegt sich meist im Gegenwert eines Glases Honig pro Volk. Das wird durch die gute Sammeltätigkeit problemlos wieder wett gemacht.
Selbstverständlich! Bienen die darauf nicht reagieren würden wären in unseren Breiten nicht angebracht. Allerdings reagieren Buckfastbienen nicht so extrem auf Trachtlücken. Daraus resultiert u.a. der reduzierte Schwarmdrang.
Ja, das scheint auf den ersten Blick so zu sein. Bedenken Sie bitte, dass sie das Verfliegen bei Carnicavölkern einfach nicht bemerken, weil alle Bienen gleich aussehen. Haben Sie jedoch mal einige Buckfastvölker neben Carnicavölkern auf dem Stand, wird das Verfliegen sofort bemerkt! Dennoch kann es sein, dass sich Buckfastbienen etwas häufiger verfliegen als z.B. Carnicabienen. Einen Nachteil hat dies in der Praxis unserer Erfahrung nach jedoch nicht.
Sie können hier nach guter imkerlicher Praxis verfahren, wie mit allen andern Herkünften auch. Bei Standbegattung wird das Ergebnis weniger vorhersagbar, wie bei der Landbiene auch. Ein ständiger Zukauf von Königinnen ist nicht notwendig. Wir ermuntern unsere Mitglieder sich züchterisch zu engagieren und so auch der allgemeinen Imkerschaft dienlich zu sein.
Verfliegen war noch nie Grund für aufkommende Räuberei. Wir müssen zunächst begreifen, dass die Räuberei ein von der Natur gewollter Effekt ist und Honigbienen keine Raubinsekten sind. Kranke und schwache Völker werden dabei beseitigt und deren Vorräte dienen dem Überleben der Artgenossen. Selten wird ein schwaches Volk nur von einem anderen Volk ausgeraubt. Häufig fehlt uns der Einblick in die Völker um wirklich beurteilen zu können WARUM ein Volk geräubert wurde. Ein wirklich gutes Volk des Standes wird nur sehr selten ausgeräubert, wenn nicht sogar überhaupt nicht. Nicht erkannte Weisellosigkeit kann ebenso häufig ein Grund sein.
Vielleicht schon, allerdings ist die Buckfastbiene keine Wunderbiene, die Honig herzaubern kann wenn keine Tracht herrscht. Mit ihr sind jedoch Betriebsweisen möglich, die einen Mehrertrag gegenüber anderen Herkünften ermöglichen. Kommt man bei der Völkerführung den Bedürfnissen der Biene entgegen, wird man mit hervorragenden Leistungen belohnt! Diese Leistungen werden sehr stabil erreicht, wenn es die Trachtlage hergibt.
Nein, gerade das nicht! Die Buckfastbiene erfordert in der Regel weniger Eingriffe am Volk selber als Carnicabienen, was eine spürbare Arbeitserleicherung ist. Allerdings ermöglicht diese Biene dem erfahrenen Imker aufgrund ihrer Eigenschaften wie Fruchtbarkeit und Schwarmträgheit eine Reihe von Spezialbetriebsweisen zur Ertragsverbesserung. Als Beispiel sei genannt, die Nutzung einer späten Waldtracht und gleichzeitige Nutzung der Frühtracht durch Verstärkung. Einzige Bedingung für eine erfolgreiches Imkern mit der Buckfast ist die freie Entfaltungsmöglichkeit für jedes Buckfastvolk. Am wohlsten fühlen sich die Buckfastbienen in einem einräumigen Brutraum, denn darin wurde sie jahrzehntelang selektiert. Auf unseren Veranstaltungen informieren wir über die üblichen Buckfast-Betriebsweisen.