Buckfast-Leistungsprüfung 2009-2010 an den staatl. Prüfhöfen in Bayern
Es handelte sich dabei ausdrücklich nicht um einen Vergleich mit Carnicabienen, sondern um einen Vergleich von 12 verschiedenen Buckfastlinien unter sich. Die Auswertung wurde ohne Einsatz der Zuchtwertschätzung von beebreed.eu durchgeführt (dort wurde die Buckfastbiene schlichtweg vergessen), sie erfolgte auf bewährte Weise durch eine gewichtete Bewertung der Einzelergebnisse. Die Ergebnisszahlen lassen sich nicht mit anderen Leistungsprüfungen der Prüfhöfe vergleichen, es sind nur Vergleiche innerhalb der Prüfpopulation möglich. Auch ist kein Vergleich mit Zuchwerten aus der Zuchtwertschätzung möglich.
Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns die auf das Einzelvolk herunter gebrochenen Einzelergebnisse der Prüfhöfe noch nicht vor, jedoch erlauben schon die Summenwerte interessante Rückschlüsse. Manches Ergebnis muss noch im Lichte der Details betrachtet werden, da es schlecht nachvollziehbar ist. Die Prüfung ist eine Momentaufnahme der Leistung unserer Bienen. Es muss bedacht werden, dass jeder Züchter zudem mehrere Linien führt, dieses Ergebnis also keinen Rückschluss auf die absolute Qualität eines Zuchtbetriebes hergibt.
Wir können als allererstes feststellen, dass sich das bestätigt, was wir als Buckfastzüchter schon immer sagten. Die Kombinationszuchtweise nach Bruder Adam (Buckfastzucht) ist ebenso wie die Zucht auf Basis einer regionalen Herkunft dazu geeignet ist eine leistungsstarke und stabile Zuchtpopulation zu erzeugen. Die Spannbreite der Ergebnisse ist nicht höher als bei Carnicabienen die in Reinzucht geführt werden. Die Varianz ist teilweise sogar sehr gering, z.B. bei der Sanftmut, Wabensitz und Winterfestigkeit. Nach Aussagen zweier Prüfhofleiter war es eine Prüfung auf üblichem hohen Niveau. Selbst die "schlechteste Herkunft" in Sachen Sanftmut ist weit davon entfernt Stechlustig zu sein.
Bei anderen Merkmalen wie z.B. Schwarmträgheit und Honigleistung zeigt sich der Einfluss der Selektion des Züchters und dessen Standortes resp. Region. Die standartisierte Variationsbreite bei der Honigleistung liegt bei +/- 3,7kg bei 34kg Durchschnittsertrag. Das zeigt einerseits die hohe Leistung und die Dichte der Leistung. Ein standorttreuer Hochgebirgsimker kann nicht so auf Schwarmträgheit selektieren, wie ein wandernder Imker, der alle Trachten des Jahres mitnimmt. Bienen können jeweils auf andere Trachtverhältnisse durchaus ungewohnt reagieren. Es fiel jedoch auf, dass nahezu alle Herkünfte am Prüfhof Kringell den geringsten Schwarmtrieb aufwiesen. Ist das nur ein Einfluss des Standortes?
Bei anderen Merkmalen war auch eine “Negativprüfung” möglich. Linien die beim Züchter einen hohen Varroabefall aufwiese, zeigten dies auch in der LP und wurden damit schlechter bewertet. So konnten sich einige Züchter hierbei wiederfinden. Kritisch zu hinterfragen gilt jedoch der hohe Stellenwert des Merkmales Ausräumverhalten. Linien die ein schlechtes Ausräumverhalten zeigten, konnten dennoch eine gute Varroabefallsentwicklung zeigen. Ist also der Ausräumtest doch nicht der Non-plus-ultra Zeiger für Varroatoleranzzucht? Ist der angenomme positive Effekt geringer als angenommen, auch wenn er sich leicht und schnell selektieren läßt? Viele Fragen bleiben dabei noch offen. Wir sind deshalb der Meinung, dass dieses Merkmal weniger stark gewichtet werden sollte. Aus Ausräumverhalten und Befallsentwicklung wird ein Index errechnet der zu 40% in die Berechnung der “Gesamtnote” eingeht!
Obwohl die Buckfastbienen auf den Prüfhöfen definitv nicht so geführt wurden wie es sonst bei Buckfastimkern üblich ist (einräumiger Brutraum), sind daraus auch für uns Buckfastzüchter wertvolle Rückschlüsse möglich. Wir bedanken uns für die Möglichkeit der Teilnahme und sind gerne bereit in ein paar Jahren wieder an den Start zu gehen. Das Ergebnis wir demnächst im Imkerfreund veröffentlicht werden. (rs)